GÖNN‘ DIR DEMOKRATIE „Feldbericht“ 🇩🇪

von | 26. Oktober 2020

Köln | Im Rahmen des European Public Sphere-Projektes GÖNN’ DIR DEMOKRATIE besuchten wir am 10. September den Don-Bosco-Club im kulturell vielfältigen Stadtteil Müllheim in Köln. Die Idee hinter dem Projekt ist es, mit unserer mobilen Kuppel Erstwähler*innen vor den Kommunalwahlen zum Wählen zu motivieren und in einen Dialog über Demokratie generell zu treten. Unser Praktikant Reiner Duvenage berichtet. Vielen Dank an den Förderfonds Demokratie für die Unterstützung dieses Projektes.

Viel Mühe steckt in der Planung und Organisation einer Kuppelveranstaltung. Gemeinsam mit Kübra Güller, Dilara Acikgöz, Anne Hardt und Max Tjong-Ayong nahm ich an einem sonnigen Donnerstagnachmittag im Rheinland die Herausforderung an.

Am Anfang luden wir am Ferdinand Franz Wallraf Gymnasium die Komponenten der Kuppel, bestehend aus vielen Holzbalken und Verbindungselementen in den Lieferwagen. Hier hatte 2 Tage zuvor unser erster Projekttag von GÖNN’ DIR DEMOKRATIE stattgefunden. >> zum Artikel

Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zum Don-Bosco-Jugendclub. Der Club bietet Jugendlichen einen sicheren Zufluchtsort, um sich mit ihren Freunden zu treffen, Spiele zu spielen und Vorbilder zu finden.

Unsere Teilnehmenden unter der Kuppel

Der Aufbau im Don-Bosco-Club

Bei unserer Ankunft im Club wurden wir von neugierigen Clubbesucher*innen begrüßt, die sich sofort bereit erklärten, uns beim Bau der Kuppel zu helfen. Viele Hände leisteten schnelle Arbeit, und mit ihrer Hilfe gelang es uns, die Kuppel in der Rekordzeit von rund eineinhalb Stunden aufzubauen. Das ist keine Kleinigkeit, da es normalerweise auch gerne mal doppelt so lange dauert. 

Die ersten Besucher*innen unter unserer Kuppel waren eine Gruppe von Schüler*innen einer örtlichen Schule in Müllheim. Anne begann die Sitzung mit einer kurzen und fesselnden Einführung zum Thema Demokratie. Sie stellte auch die direktdemokratischen Instrumente vor, die den Bürger*innen in Deutschland zur Verfügung stehen. Zu ihnen gesellte sich eine weitere Gruppe 15 bis 18 Jähriger.

Nach dieser Einführung wurden die Schüler*innen in Gruppen eingeteilt um gesellschaftliche und politische Fragen aufzuschreiben, die sie gerne lösen würden. Anne, Max, Dana, Dilara, Kübra und ich liefen um die Kuppel herum, lauschten den Gesprächen und halfen gerne bei der Strategieentwicklung weiter – wobei die Teilnehmenden meist selbstständig an ihren Ideen feilten.

Als wir uns alle wieder unter der Kuppel trafen, waren wir wirklich erfreut über die originellen Themen und Lösungen, die sich die Schüler*innen in so kurzer Zeit ausgedacht hatten.

Die Themen reichten von kostenlosem Bahnverkehr und gleicher Schulbildung für alle bis hin zur Modernisierung von Sportanlagen, weniger Abiturfächern und individuelleren Themen wie der Reinigung der Schultoiletten.

Es war klar, dass sich die Jugendlichen vieler der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit bewusst waren und daran arbeiten wollten, Lösungen zu finden.

Nachdem sie den Ideen und Lösungen der anderen zugehört hatten, ging der Großteil der Teilnehmenden nach Hause oder blieb auf eine Runde Tischtennis im Club. Auch beim Rundlauf lässt es sich schließlich darüber nachdenken, wie man in der eigenen Gemeinde etwas verändern kann.

Nur eines der Themen junger Menschen vor den Kommunalwahlen

Auch in der Schule schon Thema – Gleiche Schulbildung für alle

Nach Abschluss dieser geplanten “Hauptsitzung” öffneten wir die Kuppel für weitere Teilnehmende, um gemeinsam in einem informellen Rahmen über Demokratie zu sprechen und zum Wählen aufzurufen. Zu diesen Sitzungen gesellte sich ein Publikum im Alter zwischen 17 und 25 Jahren.

Wir erhielten einen Einblick in einige der Probleme, mit denen sie in ihrem täglichen Leben konfrontiert sind, und gemeinsam diskutierten wir bis zum späten Abend über mögliche demokratische Lösungen, woraufhin uns die hilfsbereiten Teilnehmenden bei der Demontage der Kuppel halfen.

Zum Abschluss wurden wir von den Mitarbeitenden des Don-Bosco-Clubs verabschiedet, die uns auch anboten, in Zukunft weitere Veranstaltungen durchzuführen.

Da wir die Kuppel noch in unserem Lager abladen mussten, kamen wir erst gegen Mitternacht nach Hause. Nach einem langen und anregenden Tag mit demokratischen Diskussionen in Müllheim ging ich jedoch mit einem Gefühl der Erfüllung ins Bett. 

Zusammenfassend haben uns die Erfahrungen im Don-Bosco-Club gezeigt, dass deutsche Politiker*innen Jugendlichen zuhören und ihnen eine Plattform geben sollten, um ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Der beste Weg, dies zu tun, ist die Ergänzung der repräsentativen Demokratie durch die partizipative Demokratie.

Auf ein Wiedersehen beim nächsten Treffen unter dem Europe-Dome!

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