Europe Jam zu Klima! 🇪🇺

von | 30. Oktober 2020

Nachdem die erste Veranstaltung der Europe Jams im Rahmen des Online Forums on Modern Direct Democracy zunächst als freie Diskussionsplattform geplant war, entschieden wir uns aufgrund des Feedbacks der Teilnehmenden dazu, kommende Jams zu bestimmten Themenbereichen abzuhalten. Im zweiten Europe Jam ging es daher um’s Thema Klima. Unser Praktikant Max Tjong-Ayong berichtet.

Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie war die Klimakrise eines der präsentesten Themen in den Medien. Wöchentlich standen junge Menschen auf der Straße, um gegen die momentane Klimapolitik und für gesellschaftlichen Wandel zu demonstrieren. Auch anhand der ersten Anmeldungen (bei denen wir auch Themenvorschläge einholten) ließ sich absehen, dass Klimafragen für die TeilnehmerInnen zu den wichtigsten Themen überhaupt gehören.

In der Hoffnung, junge Teilnehmer*innen für das „Europe 2.0“-Projekt gewinnen zu können, kontaktierten wir eine Vielzahl von Jugendorganisationen aus ganz Europa. Wir wollten mit unserem Diskussionsformat auch gerade die Organisationen erreichen, in denen sich junge Menschen bereits seit Jahren für Klimaschutz einsetzen. 

„Wir brauchen systemische Veränderungen wie günstigeres verpackungsfreies Einkaufen und günstigere Bahnfahrten. Öko-freundliche Reiseverkehrsmittel sollten besser gefördert werden.“

Teilnehmerin des Europe Jams

Deshalb waren wir auch besonders froh, bei unserer ersten Themenveranstaltung Teilnehmer*innen von Students for Future und aus dem Camp for Future begrüßen zu dürfen.

Nach dem Start der Session war es für uns zunächst wichtig, zu verstehen wer denn mit uns unter der „virtuellen“ Kuppel des Zoom-Raums sitzt. Nach einer Projekteinführung mit einer kurzen Vorstellungsrunde, in der alle der insgesamt elf Teilnehmer*innen die Möglichkeit hatten, das wichtigste Anliegen im Bereich Klimaschutz/Klimapolitik vorzutragen.

Video unseres Europe Jams zu Klima

In der folgenden Diskussion haben wir uns gefragt, was die größten Risiken des Klimawandels sind und wie man junge Menschen auch in der Breite für mehr Aktivismus begeistern könnte. Die Teilnehmer*innen waren sich weitestgehend einig, das Bewusstsein für die Probleme des Klimawandels sei durchaus bei den meisten Menschen vorhanden. Die Motivation, sich tatsächlich für einschneidende Veränderungen einzusetzen, wäre aber noch ausbaufähig (“Das System macht es Menschen zu einfach sich nicht politisch zu engagieren“).

Darüber hinaus waren einige der Anwesenden der Ansicht, dass gerade die Pandemie gezeigt hätte, wie einschneidende Veränderungen in Krisenzeiten durchaus möglich wären. Dabei dürfe es aber nicht dazu kommen, dass weniger privilegierte Menschen stärker von diesen Veränderungen betroffen würden.

Mitglieder von Students For Future und Camp For Future nutzten dabei die Gelegenheit, ihre Erfahrungen aus vergangenen Jugendveranstaltungen mit allen Anwesenden zu teilen. Sie wiesen auch darauf hin, dass Aktivismus gerade dann vorgelebt werden kann, wenn man bei sich selbst anfängt etwas zu verändern. 

Gerade wenn es darum geht, ein allgemeines Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels zu schaffen, sind Aktionen wie die von Students For Future organisierte „Ohne Kerosin nach Berlin“-Tour äußerst wichtig. Teilnehmende von Students For Future berichteten, wie sie während dieser Radtour von Köln nach Berlin im Gespräch mit Bauer*innen erfuhren, wie die stark die Auswirkungen des Klimawandels bereits jetzt in der Landwirtschaft spürbar sind.

Abschließend merkte ein Teilnehmer an, dass für ihn ein Privileg sei, ein Teil der Klimabewegung zu sein. Er und seine Mit-Aktivist*innen würden ihr Bestes geben, in Zukunft andere Teile der Gesellschaft stärker miteinzubeziehen. 

Mich als Moderator begeisterte vor allem die zwanglose, aber trotzdem zielgerichtete Diskussion zwischen komplett fremden Menschen. In der Hoffnung, dass wir durch unsere Gesprächsrunde mehr junge Menschen dazu animieren können, sich aktiv zu engagieren, freue ich mich sehr auf die kommenden Jams!

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„Mit der Möglichkeit sich am Klimaaktivismus zu beteiligen ist ein Privileg verbunden. Wir sollten daran arbeiten wie das Spektrum von Klimaaktivismus auf andere Communities ausgeweitet werden kann.“

Teilnehmer des Europe Jams

Einige Fotoeindrücke von unserem Event: