Mann und Maus unter der Kuppel in DĂŒsseldorf

von | 24. Mai 2018

DĂŒsseldorf, Deutschland | AnlĂ€sslich des jĂ€hrlichen March against Monsanto am 19.05. reiste die Kuppel nach DĂŒsseldorf. Auf dem grasbewachsenen Graf-Adolf-Platz befand sie sich in guter Gesellschaft: Mit dem GAP 15-Hochhaus als Kulisse war sie umgeben von StĂ€nden der Umweltaktivisten und weiterer politisch Interessierter.

Der erste und fĂŒr diesen Tag einzige angesetzte Dome-Talk begann gegen 13.15 Uhr, kurz nachdem die Demonstranten sich mit ihren Fanfaren auf den Weg durch die Stadt gemacht hatten. Eingeladene Vertreter von Organisation wie Pulse of Europe, den Jungen EuropĂ€ischen Föderalisten oder Attac, aber auch Diem25, We are Europe und einige der Aussteller wagten den Anfang. Nach und nach gesellten sich weitere Diskutanten hinzu, um auch ihrem Standpunkt Gehör zu verschaffen. Auch der erste Hund schaffte es als stiller Zuhörer unter die Kuppel.

Thematisch konnte eine große Bandbreite abgedeckt werden. Zentral war natĂŒrlich das Thema Umwelt, dennoch wurden auch tiefgrĂŒndige Fragen nach der Notwendigkeit von Utopie zur Erreichung von Zielen und der Möglichkeit von VerĂ€nderung von „Unten“, beispielsweise durch die Ablehnung existierender kapitalistischer Strukturen, aufgeworfen. Zudem wurden mit einer Debatte zum Thema Freiheit Vergleiche zur 68er Bewegung gezogen. Die Frage wurde aufgeworfen, wer sich verĂ€ndern mĂŒsse, das Ich oder der Staat und ob das Ich heutzutage ĂŒberhaupt noch diese Wahl habe. Ein Beispiel war der Verzicht auf ein Mobiltelefon.

„Wir dĂŒrfen nicht in ein „hĂ€tten wir das gemacht“ und „wĂŒrden wir das machen, dann könnte das passieren“ verfallen, sondern man muss schon ganz klar mal die eigenen Erfolge herausheben und auch sehen, dass man auch jetzt schon einen großen Einfluss hat.“
Teilnehmer

European Public Sphere

Video vom Dome-Talk in DĂŒsseldorf am 19. Mai  2018
Auch die Entwicklung des politischen Systems wurde wiederum kritisiert: Obwohl es im Grundgesetz klar vermerkt sei, dass alle Macht vom Volke ausgehe und die Parteien dieses Volk vertreten, habe man mittlerweile das GefĂŒhl, es sei andersherum und der BĂŒrger wĂŒrde zum Handlanger der Parteien und Lobbyisten. Man könne sich also durchaus fragen, ob wir ĂŒberhaupt noch in einer echten Demokratie leben.

Bei all der Kritik wurden aber auch positive Stimmen laut. NatĂŒrlich gebe es Probleme, aber keinen Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Man mĂŒsse positiv bleiben und auch anerkennen und stĂ€rker verbreiten, was man mit Hilfe des Projektes Europa schon geschafft habe. Zudem kristallisierten sich als LösungsansĂ€tze Investitionen in die Bildung, auch im Sinne gleicher Chancen fĂŒr alle bei alternativen, hochgefragten, allerdings bisher nur privaten Konzepten wie Walldorfschulen heraus.

PĂŒnktlich zum Ende des offiziellen Teils trudelten die Demonstranten wieder ein. Dank des großen Interesses, konnte die Diskussion in Kleingruppen fortgefĂŒhrt werden. Zufrieden machten wir uns so am Ende der Veranstaltung gegen 18.00 Uhr, bestĂŒckt mit allerlei Setzlingen, GemĂŒse und weiteren Ideen zum Thema Europa und Umwelt auf den RĂŒckweg. Wir sind gespannt, was uns an der nĂ€chsten Station in Wesel erwartet!

 
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