Dome-Talk mit Europa-Aktiven in Wien

von | 8. Oktober 2017

Wien, Österreich | Am 1. Oktober 2017 war die European Public Sphere im Zentrum von Wien, am Karlsplatz mit der Karlskirche als Kulisse. Der Dome-Talk fand im Anschluss an eine Kundgebung von Pulse of Europe statt, deren Mitstreiter gemeinsam mit anderen Europa-Aktiven eingeladen waren, um unter der Kuppel ins Gespräch zu kommen. 

„Wir brauchen eine ganz klare politische, gesellschaftliche, kulturelle, wirtschaftliche und soziale Vision von Europa, die es noch nicht gibt, die aber – soll sie Realität werden – zunächst in unseren Köpfen und Herzen entstehen muss!“ – Dieser Gedanke war einer der Sterne, der bei unserem Dome-Talk in Wien vor der Kulisse der Karlskirche mit ihren beeindruckenden Kuppel und ihren beiden Säulen aufging.

Für die zweite Verstanstaltung unseres doppelten Auftaktes stellten wir die Frage: „Wie gehts weiter mit Europa?“ – im Gespräch rückte dann vor allem das Thema „direkte Demokratie“ in die Mitte unseres Dome-Talks.

Viele Fragen taten sich auf: Ist direkte Demokratie eine Gefahr und ein Instrument, das dem Populismus in die Hände spielt oder ist es eher ein „Tool gegen Rechtsextreminsmus“? – „Hat man überhaupt eine Wahl beim Wählen?“

„Demokratie ist nicht gleich Demokratie. Und wenn gesagt wurde, dass direkt-demokratische Instrumente auch dazu führen können, dass viel Blödsinn beschlossen wird, dann stimmt das. Das gilt aber auch für die repräsentative Demokratie. Und wenn Parlamente Blödsinn beschließen, können sie aus den Fehlern lernen. Das würde auch in der direkten Demokratie gelten, aber hier haben wir noch keine direkt-demokratischen Instrumente, durch die der Souverän immer gescheiter werden kann.“ Peko Baxant

Abgeordneter, Wiener Landtag, SPÖ

 

Zeit und Ort des Gespräches wurde in Abstimmung mit der Bewegung „Pulse of Europe“ gewählt, die sich in Wien regelmäßig zu Kundgebungen am Karlsplatz versammelt.

Nini Tsiklauri, die wir als Gründerin von Pulse of Europe in Österreich mit unter die Kuppel eingeladen haben, berichtete, wie sich diese Bürgerbewegung nach dem Brexit spontan gegründet hatte, um ein positives Zeichen für Europa zu setzen.

Da die Kuppel sehr zentral stand, kamen auch Menschen hinzu, die ihr Weg an unserer Kuppel vorbeiführte. Wer unter der Kuppel keinen Platz mehr fanden, verfolgte das lebendige Gespräch von außen. Vorallem auch zwei Wien-Besucher aus Erfurt bereicherten das Gespräch sehr.

Eindrücke von einem lebendigen Dome-Talk am Karlsplatz in Wien
„Kann Europa überhaupt entstehen ohne die direkte Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger?“ – Wie geht man damit um, dass „Emotionen vor der Logik kommen“? – Was muss für den Prozess der direkten Demokratie beachtet werden, dass sich der demokratische Wille entschleunigt und im besonnen Abwegen des Pro und Kontra bilden kann?

Bei diesem Dome-Talk ging es uns auch darum, einige engagierte Europa-Aktive miteinander ins Gespräch zu bringen:

Fabian Baumgärtner von der Diem25-Bewegung für eine Demokratisierung Europas, Nana Walzer, Mitautorin der Deklaration „Europe – The Human Union“, Ines Kanka und Tassilo Seidl-Zellbrugg von der IG-EuroVision und Daniela Vancic und Caroline Vernaillen von Democracy International.

 

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Caroline Vernaillen im Gespräch mit Nini Tsiklauri, Gründerin von Pulse of Europe
Fotos vom Dome-Talk in Wien: